Patrick
Winter gewinnt sensationell die ÖM-Wertung
vor Andreas Waldherr. Manfred Stohl festigt
seinen zweiten Platz in der ÖM-Gesamtwertung.
Siege für Daniel
Wollinger in der Division II, Ing. Michael
Böhm in der Diesel-Wertung, Josef Pointinger
in der Historic Staatsmeisterschaft, Klemens
Haingartner im Suzuki-Cup und Lukas Langstadlinger
in der Ford Fiesta Trophy.
Die Castrol Judenburg-Pölstal Rallye
wurde heuer bereits zum vierten Mal, diesmal
als vierter Lauf zur heimischen Rallye Staatsmeisterschaft,
ferner als Lauf zur Historischen Rallye-Staatsmeisterschaft,
als Lauf zum Suzuki Motorsport Cup, als Lauf
zur Ford Fiesta Sporting Trophy und als Lauf
zum Mitropacup ausgetragen.
Nicht weniger als 35.000
Zuschauer, 10.000 mehr als im Vorjahr, säumten
die insgesamt 13 Sonderprüfungen. Davon
waren nicht weniger als 13.000 Fans am Freitag
Abend bei der Stadtkurs-Sonderprüfung
in Judenburg dabei, was neuen Zuschauerrekord
bedeutete.
Die Bilanz des Veranstalters,
MSC Wolfsberg, mit Gerhard Leeb an der Spitze
und seines Mitorganisators Uwe Strohmeyer
von moresport Event aus Judenburg, fiel dementsprechend
positiv aus: „Mit Hilfe des Hauptsponsors
Castrol, der übrigen Sponsoren und natürlich
dem Land Steiermark mit seinen Gemeinden und
Tourismusverbänden, war es neuerlich
möglich eine erstklassige Veranstaltung
in dieser Region auf die Beine zu stellen.
Die Anzahl der Besucher hat sich gegenüber
dem Vorjahr erhöht, die Fans haben tollen
Rallyesport gesehen. Die Fahrer und Teams
waren mit viel Einsatz und großem Engagement
bei der Sache. Bei einigen Ausritten gab es
glücklicherweise nur leichte Blessuren.
Erfreulich war auch die Wettersituation. Die
Prognosen im Vorfeld ließen an beiden
Tagen heftige Regenfälle erwarten, diese
setzten aber erst am zweiten Tag in leichterer
Form ein. Was uns besonders freut, ist, dass
nicht nur der Stadtkurs in Judenburg wieder
ein absolutes Highlight war, sondern dass
auch der neue Rundkurs in St. Georgen bei
den Fans voll eingeschlagen hat. Unser Dank
gilt dem Hause Castrol und allen an der Rallye
Beteiligten. Besonders bedanken möchten
wir uns aber bei den vielen Rallyefans für
ihr vorbildliches Verhalten und für Interesse
an der Rallye selbst.“
Sportlich gesehen absolvierte
Hermann Gassner jun. (Mitsubishi Lancer Evo
IX) eine tadellose Vorstellung und feierte
seinen ersten Gesamtsieg bei einem Lauf zur
Österreichischen Staatsmeisterschaft.
Jedoch ist der junge Deutsche nicht punkteberechtigt.
Sein Triumph fiel mit 1:07,3 Minuten Vorsprung
auf Patrick Winter (Mitsubishi Lancer Evo
IX) und sieben von 13 Sonderprüfungs-Bestzeiten
sehr überlegen aus. Dabei lag er zur
Zeit der Aufgabe von Raimund Baumschlager
(Skoda Fabia S2000) nach SP 7 schon 20,8 Sekunden
vor dem Oberösterreicher. Dritter wurde
Andreas Waldherr (VW Polo S2000), der durch
Technikprobleme auf SP 8 nicht nur eine Minute
verlor, sondern damit auch seine Siegchancen
vergab.
„Wir sind in der Deutschen Meisterschaft
schon sehr schnell unterwegs gewesen. Jetzt
konnten wir auch in Österreich einen
Gesamtsieg einfahren. Das ist mit dem vierten
Platz in Portugal sicher einer meiner größten
Erfolge“, freut sich Gassner jun.
Patrick Winter hingegen hat
sein sich selbst gestecktes Ziel weit übertroffen.
Mit dem zweiten Platz holte er die vollen
ÖM-Punkte und setzte auf der letzten
SP seine erste SP-Gesamtbestzeit oben drauf:
„Wir wollten hier in die Top-5. Doch
ich habe immer gesagt, wenn vorne etwas passiert,
dann wollen wir unsere Chance nutzen. Das
ist uns perfekt gelungen.“
Und Andreas Waldherr hat
wieder die Motivation gefunden. In der ÖM
liegt er jetzt nur mehr 20 Punkte hinter Baumschlager.
„Man kann sehen, wie schnell das geht.
Jetzt werden wir natürlich in Maribor
an den Start gehen. Immerhin sind noch drei
Läufe ausständig und Raimund darf
sich jetzt auch keinen Ausfall mehr leisten.“
Baumschlager gab nach SP
7 freiwillig auf, da er am Rundkurs St. Georgen
nach einem Verbremser rund 40 Meter gegen
die Fahrtrichtung fuhr, was laut Reglement
eine Disqualifikation nach sich gezogen hätte,
In einem Herzschlagfinale
um Platz vier setzte sich schlussendlich Hermann
Gassner sen. (Mitsubishi Lancer Evo X) gegenüber
Mario Saibel (Mitsubishi Lancer Evo IX) um
11,3 Sekunden durch. Der deutsche Rallye-Routiner
musste jedoch seit Beginn des zweiten Tages
der Castrol Judenburg-Pölstal Rallye
ohne den dritten Gang auskommen. Gleich dahinter
eroberte Manfred Stohl im erdgasbetriebenen
Mitsubishi Lancer Evo IX Platz sechs (Vierter
in der ÖM-Wertung) und festigte damit
seinen zweiten Gesamtrang in der ÖM-Zwischenwertung.
Die weiteren Platzierungen in den Top-10 gingen
an Walter Kovar, Alexander Tazreiter (beide
Mitsubishi Lancer Evo IX), Hannes Danzinger
(VW Golf KitCar CNG) und Reinhard Pasteiner
im Bioethanol Mitsubishi Lancer Evo IX.
In der Division II triumphierte
Daniel Wollinger (Ford Fiesta ST) vor Alois
Handler (Peugeot 206 RC) und Lukas Langstadlinger
(Ford Fiesta ST), der damit die Ford Fiesta
Trophy für sich entschied.
Die Dieselklasse brachte
einen überlegenen Sieg von Ing. Michael
Böhm (Fiat Punto). Michael Kogler (VW
Scirocco) arbeitete sich nach Getriebe- und
Elektronikproblemen am ersten Tag noch auf
Platz zwei vor und wahrte somit seine Titelchancen.
In der Historic-Staatsmeisterschaft
baute der Langzeitführende Christoph
Weber (VW Golf) mit dem zweiten Platz die
Führung in der Gesamtwertung aus. Josef
Pointinger (Ford Escort) holte sich aber mit
einer beherzten Fahrt auf der letzten beiden
Sonderprüfungen noch den Sieg und setzte
sich um 3,7 Sekunden durch. Für den Rallye-Altmeister
war es die erste Zielankunft in diesem Jahr.
Im Suzuki Motorsport Cup gab es einen verdienten
Sieg von Klemens Haingartner, der zwar vom
Ausfall von Mario Klammer profitierte, jedoch
seine Aufgabe tadellos absolvierte. Zweiter
wurde der deutsche Gaststarter Veit König.
Den Mitropacup gewann Hermann
Gassner jun. vor seinem Vater Hermann Gassner
sen. und Mario Saibel.
Schwerer als anfangs angenommen
stellten sich leider die Verletzungen von
Tina-Maria Monego heraus. Die österreichische
Spitzen Co-Pilotin brach sich beim Unfall
von Hermann Neubauer auf SP 6 drei Rippen
und das Schambein. Die Oberösterreicherin
muss voraussichtlich vier Tage im Krankenhaus
Judenburg bleiben.
Endstand nach 13
Sonderprüfungen:
01. Hermann Gassner jun./K.Wüstenhagen
D Mitsubishi Evo IX 1:26:35,2 Std.
02. Patrick Winter/Daniela Stummer A Mitsubishi
Evo IX +1:07,3 Min.
03. Andreas Waldherr/Richard Jeitler A VW
Polo S2000 +1:39,2 Min.
04. Hermann Gassner/K.Thannhäuser D Mitsubishi
Evo X +2:10,2 Min.
05. Mario Saibel/Daniela Weissengruber A Mitsubishi
Evo IX +2:21,5 Min.
06. Manfred Stohl/Ilka Minor A CNG Mitsubishi
Evo IX +3:15,0 Min.
07. Walter Kovar/Stefan Langthaler A Mitsubishi
Evo IX +3:40,3 Min.
08. Alexander Tazreiter/Elke Aigner A Mitsubishi
Evo IX +4:05,2 Min.
09. Hannes Danzinger/Pia M. Schirnhofer A
VW KitCar CNG +4:52,7 Min.
10. Reinhard Pasteiner/Gerald Winter A Mitsubishi
Evo IX +6:12,8 Min.
SP-Bestzeiten:
Gassner jun. 7, Baumschlager 4, Waldherr und
Winter je 1.
Wichtigsten Ausfälle:
Gerwald Grössing (Technik vor
SP 1), Willi Polesznig (SP 2), Hermann Neubauer
(Unfall SP 6), Raimund Baumschlager (Aufgabe
nach SP 7), Wolfgang Werner (Aufgabe nach
SP 7), Mario Klammer (Technik SP 8), Kurt
Adam (Technik vor SP 9).
Zwischenstand
in der ÖM (nach 4 von 7 Läufen)
Division I:
1. Baumschlager 57 Punkte, 2. Stohl 43, 3.
Waldherr 37, 4. Winter 34, 5. Tatzreiter 32,
6. Kovar 30, 7. Danzinger 29, 8. Pasteiner
und Saibel je 26.
Division II: 1. Wollinger 60 Punkte,
3. Handler 51, 3. Schulz und Langstadlinger
je 26.
Division III: 1. Kogler 71 Punkte,
2. Böhm 60, 3. Leitner 26.
Nächster Lauf
zur ÖM: Rallye Maribor, 3./4.
Juli
Castrol
Judenburg-Pölstal Rallye 2009
Sportpressedienst
Armin Holenia / Andreas Walk / Martin Meyer
/ Patrick Schützl
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